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Im Januar hatte Shawn Skene den Artikel "The princess of Regensburg" auf Ironman.com in englischer Sprache verfasst. Seither bekommen wir sehr viele Anfragen nach einer deutschen Version. Diese stellen wir hiermit bereit :-)

Die Prinzessin von Regensburg - Sonja Tajsich

Regensburg ist vielleicht Stätte eines der jüngsten Ironman Rennen Europas, strahlt aber gleichzeitig mit einem 2000 Jahre alten Erbe und dessen Geschichte. Viele seiner Gebäude reichen von den Römern bis ins Mittelalter und sind jetzt als UNESCO Weltkulturerbe geschützt. Regensburg ist stolz darauf Deutschlands am Besten erhaltene mittelalterliche Stadt und einen Ironman Star zu haben.

In den Wochen vor dem 1. Ironman Regensburg ist eine Cinderella Story entstanden. Die Lokalmatadorin, bereits mehrfach für ihre vorangehenden beiden Ironman Siege gefeiert war die klare Favoritin des Rennens. Diese "Laufschuhe" (anstatt der Glasschuhe im Märchen) waren wie für sie gemacht.

Mit der vorgearbeiteten Story mußte Sonja "nur" dem Script folgen um das Happy End letzten August zu erreichen - nicht gerade eine leichte Aufgabe in der Welt des professionellen Triathlonsport wo es für den Ausgang eines Rennens keine Garantien gibt.

Karriereanfänge
2006 feierte Tajsich in der extremen Hitze von Malaysia ihren ersten Ironmansieg. Zu dieser Zeit arbeitete die 31jährige als Vollzeit Sportjournalistin und dachte es würde deswegen ihr einziger Titel bleiben.

2007 und 2008 pausierte sie aufgrund ihrer Schwangerschaft. Nachdem Töchterchen Lisa am 22.April 2008 geboren wurde kam Tajsich 2009 mit neuem Focus zu ihrer sportlichen Karriere zurück. Tajsich's Ehemann, Tom war die treibende Kraft bei der Entscheidung dieses Mal das Thema professionell anzugehen.
"Am Anfang konnte ich nur den Kopf schütteln wenn sie wieder einmal fast 30 Stunden in einer Woche egal welches Wetter draußen war trainierte und jeden Pfennig Geld den sie hatte in den Sport investierte," sagte ihr stolzer Ehemann, dem als ehemaligem semiprofessionellen Eishockeyspieler die Ansprüche des Profiports wohl bekannt sind.
"Es war diese fast unglaubliche Disziplin sei es bei ihrem Training, der Ernährung und ihrem Einsatz was mich überzeugt hat, dass sie sehr weit vorne landen würde sobald sie sich Vollzeit auf das Profisportlerdasein konzentrieren konnte.

"Tom war derjenige der immer an mich geglaubt hat und letztendlich auch die Randbedingungen für meine professionelle Karriere vorangetrieben hat. Irgendwie hat er immer gewußt das ich erfolgreich sein konnte, wenn das Umfeld stimmte. Faktoren wie ein guter Trainer, richtige Ernährung, Schlaf und medizinische Versorgung neben vielen anderen Punkten sind unabdingbar wenn man Erfolg haben möchte."

Der Wechsel zur Vollzeit Profikarriere
Der Anfang war bald darauf gemacht und mit diesem Momentum fuhr Tajsich auch 2009 gleich Erfolge ein. Im ersten Rennen nach der 2-jährigen Pause erreichte sie auf Anhieb 2. Plätze beim Ironman South Africa und beim Ironman Österreich. Außerdem krönte sie die Erfolge noch mit ihrer ersten Sub 9 Zeit über die Ironman Distanz.
Ihr Comebackjahr lies sie mit einem soliden 14 Platz bei der Ironman Weltmeisterschaft in Kona ausklingen.

Zwei Siege in 2010
2010 begann gleich mit einem 2. Ironman Titel, dem Gewinn des IM South Africa. Mit den schnellsten Zeiten des Tages auf dem Rad und beim Laufen schlug sie unter anderem die spätere Vizeweltmeisterin Caroline Steffen. Spätestens dieser Sieg war der Beweis das die Rechnung als Vollzeitathlet zu trainieren aufging.

Als nächstes Stand des Heimrennen der IM Regensburg auf dem Terminkalender.

"In dem Augenblick als ich von den Rennen hörte wollte ich dort starten, ein gutes Rennen haben und gewinnen!" sagt Tajsich. Wie auch immer, wollen und tun kann schierig sein vorallem mit der Hoffnung einer ganzen Stadt auf den Schultern ruhend.

Tajsich's Tag des Rennens liest sich wie ein spannendes Buch. Als sie nach dem Schwimmen mit 6 Minuten Rückstand auf die führende Frau aus dem Wasser kam befürchteten einige schon ein Drama. Es dauert genau 75 Kilometer bis die Kräfteverhältnisse gerade gerückt waren. Mit dem schnellsten Radsplit des Tages hatte sie den Rückstand nach dem Radfahren in eine 7 Minuten Führung umgewandelt.

Tajsich wurde von Tausenden von Fans mit überwältigenden Anfeuerungen förmlich durch die Stadt getragen. Mit glücklichem Lächeln durch den ganzen Marathon hinweg lieferte sie auch noch den schnellsten Marathon des Tages ab und gewann mit 22:17 Minuten Vorsprung den ersten Ironman Regensburg und holte sich den 3. Ironmantitel ihrer Karriere.

"Es ist unglaublich was heute passiert ist," sagte Tajsich mit Tränen in den Augen im Ziel. "Es ist wie ein Traum hier in meiner Heimatstadt Regensburg zu gewinnen. Die Leute haben die ganze Zeit meinen Namen gerufen!" Ein Märchen ist wahr geworden.

Neue Herausforderungen in 2011
Für 2011 fokussiert Tajsich auf den Vergleich mit den Besten der Welt bei der Europameisterschaft in Frankfurt und der Weltmeisterschaft auf Kona wo sie endlich die Top 10 knacken möchte. Die Saison beginnt dieses Jahr für sie bereits im Januar wo sie auf Jodie Swallow die amtierende 70.3 Weltmeisterin treffen wird.

Originaltext by Shawn Skene; Übersetzung: Thomas Tajsich

The princess of Regensburg - Sonja Tajsich