PurendureZweirad Stadler Zweirad Stadler

IM Cozumel - Kampfgeist wird mit dem 2. Platz belohnt

bereits vor dem Rennen stand der IM Cozumel für Sonja unter einem wenig günstigem Stern. Nachdem eine Oberschenkelverletzung aus dem Frühjahr auskuriert schien meldete sich diese ausgerechnet einige Tage vor dem Rennen wieder zurück.

"Bei meiner letzten Radausfahrt vor dem Wettkampf strahlte es hoch in den Po und bis runter zum Knie aus. Ich wollte auf jeden Fall starten hatte aber ernsthafte Zweifel das Rennen beenden zu können. Als dann am Vorabend auch noch Montezuma anklopfte war das Dilemma perfekt...!"

Nachdem Sonja extra dafür um die halbe Welt geflogen war konnte sie sich nicht mit dem Gedanken eines Urlaubs anfreunden und ging an den Start. Die intensiven physiotherapeutischen Maßnahmen am Vortag und vor dem Rennen schienen zu fruchten. Nach mittelmäßigem Schwimmen legte sie am Rad los wie der Teufel und fuhr die mit Abstand schnellste 1. Runde der 3 Radrunden. Bei Kilometer 60 war der Abstand auf die Spitze bereits deutlich verkürzt und bei Kilometer 70 wartete dann leider die nächste Hürde.

"Es war wie verhext. Beim Schwimmen erwischte ich eine sehr langsame Gruppe und es fühlte sich wie ein lockeres Trainingsschwimmen an. Als nicht so starke Schwimmerin entschied ich trotzdem in der Gruppe zu bleiben, denn ein Alleingang im Meer ist mühsam und benötigt überproportional viel Energie. Als ich dann auf's Rad stieg fühlte ich mich gut. Das Schwimmen hatte nicht viel Kraft gekostet und der verletzte Muskel war durch die Behandlung wesentlich besser geworden, dass nur noch ein leichtes Ziehen zu spüren war. Meine Beine fühlten sich richtig gut an und ich glaubte, dass heute einiges möglich sein sollte auf dem Rad. Bei Kilometer 70 kam dann die Ernüchterung als ich plötzlich merkte, dass mein Rad hinten instabil wurde - Plattfuß.
Leider bekam ich den alten (geklebten) Reifen fast nicht ab und als dann die Luftpumpe nicht so richtig wollte zog sich mein Stop über 20 Minuten hin. Auf den mehrmals versprochenen Pannendienst, der schon unterwegs war, würde ich wahrscheinlich heute noch warten...!"

Sonja ließ sich immer noch nicht unterkriegen und nahm die Verfolgung nach der ausgedehnten Pause sofort wieder mit voller Kraft auf. Auf den letzten 50 Kilometern musste sie dem Kraftakt dann etwas Tribut zollen. Nur der Vollständigkeitshalber sei angemerkt, dass Sonja abzüglich der Pannenpause sowohl Rad-, als auch Gesamtstreckenrekord gehalten hätte. So blieb es beim neuen Laufstreckenrekord inklusive neuer persönlicher Marathonbestzeit (3:02 Stunden).

"Beim Start in den Marathon habe ich gleich noch mal richtig Gas gegeben, denn ich wollte mich noch nicht geschlagen geben. Ab der Hälfte kam es dann zu sinnflutartigen Regenfällen und die Straße stand teilweise bis zu 30 cm hoch unter Wasser. Das machte es leider unmöglich das Tempo so hochzuhalten. Außerdem fing mein lädierter Oberschenkel dann auch an zu krampfen. Ein paar Leute haben mir erzählt, dass ich die erste Runde in der gleichen Geschwindigkeit wie der beste Mann gelaufen bin und zum Schluss den 6. schnellsten Marathon von allen hatte.

Gestern war ich schon etwas niedergeschlagen, denn es fühlt sich wie ein verschenkter Titel an. Unter den Umständen und dem Fakt, dass ich die Qualifikation für die Weltmeisterschaft damit praktisch in der Tasche habe, kann ich mich mittlerweile doch schon wieder etwas freuen!

Jetzt steht erstmal die Heimreise mit Zwischenstopp in New York an. Dann gibt es ein paar Weihnachtsmarktbesuche mit Glühwein, Knackersemmeln und vielen Plätzchen :-) Anfang des Jahres fahren wir noch mit ein paar Freunden zum Skaten und Ende Januar geht's dann wieder los mit dem Team Erdinger Alkoholfrei-Trainingslager auf Fuerteventura und meinem eigenem Trainingscamp im Hotel Costa Calero auf Lanzarote. Dort treffe ich ja einige von Euch persönlich!"