Sonja gewinnt den IM Regensburg Ein Ironman ist immer ein großes Ereignis. Der erste Ironman an einem neuen Austragungsort macht das Ganze noch spannender und wenn obendrein eine Lokalmatadorin die Topfavoritin ist werden dadurch Emotionen der besonderen Art geweckt. Sonja Tajsich gehört zu den besten Ironman Athletinnen der Welt und startete als Topfavoritin bei ihrem Heimrennen.
Sonja, als Topfavoritin bei einem Heimrennen zu starten ist etwas, wovon viele Triathleten nur träumen können. Wie war das ganze emotional gesehen für Dich? Viele haben mich gefragt wie ich mit dem Druck umgehe. Persönlich habe ich keinen sonderlichen Druck gespürt und mich einfach nur riesig auf das Rennen gefreut. Der Nervositätsfaktor hat sich ebenfalls im Bereich eines "normalen Rennens" abgespielt. Das Schwimmen ist bekannter Weise deine schwächere Disziplin. In Regensburg hast du dabei eine neue PB (persönliche Bestzeit) erreicht. War das nur der Heimfaktor oder hat sich hier generell etwas geändert? Ich hoffe natürlich, dass es nicht nur der Heimfaktor war. Anfangs lief das Schwimmen gar nicht so gut. Die Altersklassenathleten standen diesmal ungewöhnlich nah an den Profis und so kam es, dass beim Start einige auf und über mich gesprungen sind. Dadurch habe ich mir zu Beginn gleich eine blutige Lippe und eine sehr schmerzhafte Stauchung des kleinen Fingers zugezogen, die kurzfristig Zweifel aufkommen ließ, ob ich überhaupt zu Ende schwimmen könne. Nach ein paar hundert Metern habe ich dann aber doch einen guten Rhythmus gefunden. Ich hatte das Glück vor ungefähr 3 Monaten Uwe Wiegand, den bekannten Schwimmtrainer, kennen zu lernen. Er hat sich mit großer Leidenschaft und Motivation meiner angenommen und man konnte spüren wie ich mich langsam verbessere. Die Zusammenarbeit mit meinem Cheftrainer Ralf Ebli hat sich hier hervorragend eingespielt und ich denke wir sind jetzt auch beim Schwimmen auf einem sehr guten Weg. Ich glaube mich unter diesen Vorraussetzungen auch beim Schwimmen noch weiter verbessern zu können. Eine 4:59 Stunden Radzeit spricht für sich. Wie war die Strecke? Die Strecke ist sehr schön. Ein langgezogener Berg der mit fast 12 Kilometern Länge nicht von schlechten Eltern ist, eine wunderschöne Landschaft und das perfekte Wetter haben es zum Genuss gemacht. Einzig die Tatsache, dass ich die meiste Zeit alleine gefahren bin, hat es manchmal schwierig gemacht das Tempo ständig hoch zu halten. Wenn man jemand vor sich hat den man "jagen kann" fällt es leichter noch einen Gang zu zulegen. Beim Marathon kam der Faktor "Heimvorteil" dann so richtig zum tragen. Wie hast Du diesen Teil des Rennens empfunden? Das war das unglaublichste Erlebnis meiner Sportkarriere! Vielen Dank Regensburg! Ich hoffe ich konnte Euch zurück geben was ihr mir hier gegeben habt. In weniger als 10 Wochen steht die Ironman Weltmeisterschaft auf Kona, Hawaii vor der Tür. Wie sehen deine Wochen bis dahin aus? Jetzt kommen erst einmal 2 Wochen leichtes regeneratives Training. Das heißt in etwa 5-10 Stunden die Woche ganz locker Schwimmen, Radfahren und Laufen. Letztes Jahr hast du mit dem 13. Platz als 2. beste Deutsche eigentlich ein tolles Ergebnis erreicht. Allerdings hat dir ein verpatztes Schwimmen den Traum von einer Top 10 Platzierung zunichte gemacht. Was erhoffst du dir dieses Jahr? Anfangs war ich ziemlich enttäuscht mit dem Ergebnis, zumal wir im Team alle wussten, dass mehr drin gewesen wäre. Nach einigen Tagen, in denen ich sehr viele Glückwünsche und Aufmunterungen bekam konnte ich mich dann doch noch freuen über das Ergebnis. Sonja, vielen Dank für das Interview und alles Gute für die Vorbereitung auf die Weltmeisterschaft am 09. Oktober 2010. |